Automatische Programme an Schneidemaschinen

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    • Moin Moin aus dem hohen Norden.... an alle!!!!

      Wir haben noch zurzeit eine uralte Polar von ich glaube 1976 und zwar eine 76er EM, ohne Monitor oder Lichschranken oder irgentein pipapo....
      Dazu kommt das Sie links und rechts ca. 1-3 mm vom rechten Winkel abweisst, halt total verzogen.
      Nun bekommen wir endlich eine neue, gebrauchte 92er Polar ED von 2002, mit Seitentischen und R2 Rüttelautomat. Echt nee Leistungssteigerung im Gegensatz zu vorher. :D :D
      Ich habe allerdings die Befürchtung das unser alter Buchbinder (Rentner zur Aushilfe) und mein Kollege (eigentlich Drucker) an der Maschine echt Prolbleme bei der Programmerstellung haben werden. Da beide sehr lange mit dieser alten Kiste gearbeitet haben und nicht besonders offen für neues sind...... :|
      Wir haben auch mit Messerautomat und Formatprogramm dabei.
      Naja wenigstens nee neue.
      Mein Großvater sagte mir einst, dass es zwei Sorten von Menschen gäbe. Die, die arbeiten und die, die sich die Lorbeeren für diese Arbeit einheimsen. Er sagte mir, ich solle versuchen in der ersten Gruppe zu sein; es gäbe dort viel weniger Konkurrenz.
    • Vielleicht darf ich nochmal einige Zeilen zur Funktion „Formatprogramm“ schreiben. Denn im Laufe der Zeit sind doch einige Dinge auf der Strecke geblieben.



      „COSA“ hatte die Frage ob jemand mit dem „Formatprogramm“ arbeitet und was das soll?



      Ein wesentlicher Grund für das sogenannte „Formatprogramm“ war zum Ende der achtziger Jahre eine Alternative zur manuellen Schneidprogrammerstellung zu bieten. Die Idee bestand darin die Bogendaten, sowie den gewünschten Weg des Schneidens abzufragen und dann ein fertiges Schneidprogramm zu erstellen.



      Die Bedienung des Polar-Formatprogrammes ist nicht so schwer. Man nimmt den Druckbogen und markiert sich die Anlage. Im Bildschirm wird die Anlage-Ecke immer als ein kleiner roter Winkel angezeigt. Wenn man den Druckbogen genauso wie im Bildschirm gezeigt vor sich auf die Maschine legt machen die einzelnen Fragen sehr schnell Sinn. Wenn man die einzelnen Eingaben macht braucht man nur den Druckbogen genauso vor sich hinzulegen wie im Bildschirm der Maschine angezeigt (immer auf den roten Winkel achten). Wenn man zurückgehen will kann dies mittels der Pfeil-Tasten (bei ED in der Tastatur) machen.

      Das Formatprogramm ist umfangreich und man muss viele Tasten drücken um an sein Ziel zu kommen. Am Ende wird man zum Beispiel bei der 137 ED von „COSA“ mit einer grafischen Darstellung des Programmes belohnt.

      Es gibt eine Alternativen zum „Formatprogramm“. Wie „Bubi-TS“ schon geschrieben hat, funktioniert „Programmieren beim Schnitt“ gut.

      Bevor ich die Funktion „Formatprogramm“ benutze überlege ich mir welchen Aufwand ich mir antun möchte. Für einen Rundumbeschnitt würde ich persönlich kein „Formatprogramm“ benutzen. Wenn ich möglichst viele Nutzen (ohne auf die Laufrichtung zu achten) aus dem Rohbogen herausschneiden möchte, würde ich nur das „Formatprogramm“ benutzen.

      Man kann aber auch mit dem „Formatprogramm“ tricksen. Wenn man zum Beispiel eine EM-Monitor hat, gibt es keine Funktion „Eltrotakt“ aber „Formatprogramm“.

      Also mache ich mir irgendein Formatprogramm, lösche alles bis auf die Eltrotakt-Sequenz und ändere dann immer nur noch die einzelnen Schnitte.



      Heute ist das mit dem „Formatprogramm“ wieder anders. Wie „Knittermaik“ schon geschrieben hat gibt es ja „Compucut“. Wer „Compucut“ bedienen kann wird sich auch bei der ganz neuen Maschine N-Pro ganz leicht mit dem „Formatprogramm“ tun. Das neue „Formatprogramm“ lehnt sich sehr stark an „Compucut“ an.

      Dann möchte ich noch etwas zum „Vollpfosten“ sagen. Der Begriff gefällt mir sehr gut. Und die Entwicklung geht leider wirklich dahin, dass die Hersteller mehr und mehr die Aufgaben einer Berufsschule mitübernehmen müssen. Es gibt eine Anlage die aus vorgerüttelten Lagen (1000 oder 1250 Bg. 70x100) vollautomatisch (also ohne Schneidtasten drücken 24 bis 30 Lagen die Stunde!) Etiketten in ordentlicher Qualität herstellt. Palettentransport durch Roboter von der Rüttelstation zur Schneidanlage, zwei Automatische Schneidemaschinen hintereinander, Bündler, Schrumpftunnel, Roboter zum Palettieren, automatischer Palettentransport der fertigen Euro-Paletten und abschließender Schrumpftunnel in der Versandabteilung. Der „Vollpfosten“ richtet das Ding ein und klebt am Ende den ausgedruckten Aufkleber für den Versand auf die fertigen Paletten.

      Das ist unsere Buchbinderzukunft. Da wird es nicht nur Euch schwindlig.

      Buntpapier
    • Ich melde mich auch wieder mal zu Worte..
      Mein Chef stand vor der Entscheidung, eine neue Schneidemaschine mit oder ohne Compucut anzuschaffen.
      Die Wahl fiel auf die Polar N 137 AT-HD ohne Compucut.
      Wir schneiden oft Druckbogen für die WV (falzen,heften), aber auch Etiketten mit vielen verschiedenen Nutzen in
      verschiedenen Formaten.
      Nach ausgiebigen Tests in Hofheim wurde Compucut verworfen.
    • Mittlerweile steht die N-Pro und seit einer Woche schneiden wir 2-schichtig.
      Man gewöhnt sich schnell an den neuen Bildschirm und auch das Programmieren geht flott von der Hand.
      Sehr gut finde ich die Programmverwaltung.
      Mit Stichworten erstellt man Ordner und innerhalb der Ordner kann man die Programme abspeichern.
      das erspart eine Menge Zeit beim Suchen der einzelnen Programme...
      Die langfristige Planung sieht ein Greifersystem zur Hintertischbeladung vor.
      Die Maschine ist schon dafür vorbereitet..
      Ein Stapelregal wie an unserer "XT" wird es allerdings nicht geben.
      In ein, zwei Monaten kann ich mehr über die Maschine schreiben.