Manuelles kaschieren von Papier (kostengünstiger soll es sein)

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    • Manuelles kaschieren von Papier (kostengünstiger soll es sein)

      Guten Morgen liebe Buchbindergemeinde,

      ich hoffe ich bin mit meinem Anliegen hier richtig.

      Hintergrundinfos:
      Wir sind ein kleines Familienunternehmen und produzieren designorientierte Geschenkartikel. Natürlich benötigen wir für unsere Produkte viele verschiede Drucksachen. ( Einseitig oder zweiseitig bedruckt, geschnitten, gefaltet, gebohrt, geheftet...) Sehr vieles wird aber noch per Hand bei uns gemacht. Da der Bedarf stetig steigt und wir auch im Bereich Drucksachenerstellung professioneller werden wollen haben wir schon ein paar Investitionen getätigt. Papierbohrmaschine, Stapelschneider, großer Laserdrucker (C552 mit Finischer)

      Nun stehe ich vor einem Problem wo ich nicht weiterkomme. Wir benötigen für ein Produkt ein Werbeschild (etwa 280x320mm). Dies muss einigermaßen steif sein. Bisweilen mache ich das so: Ich drucke das Werbeschild auf Papier 160g Colorcopy. Dann klebe ich mit Hilfe einer doppelseitigen Klebefolie von Gudy den Ausdruck auf eine 3mm starke Finnpappe. Danach schneide mit einem Cuttermesser das Werbeschild zurecht. Alles vollmanuell. Alles rießen Arbeit und sauteuer. Mittlerweile beläuft sich die benötigte Stückzahl auf über 100 Stk. im Monat. Deshalb bin ich auf der Suche nach einer anderen Möglichkeit. Ich bin am überlegen den Ausdruck auf 250g Colorcopy zu machen und auf einen zweiten 250g Colorcopy Bogen zu kleben (ich glaube das vollflächige verkleben in der Buchbindersprache nennt man kaschieren) Dies habe ich auch schon mal probiert und für steif genug empfunden. Auch kann ich dann das Werbeschild mit der Hebelschneidemaschine zuschneiden und muss nicht mit dem Teppichmesser arbeiten. Als Kleber habe ich aber Uhu verwendet. Aber das ist auch zu viel Arbeit mit der kleinen Tube zu arbeiten. Dann habe ich mir irgend einen Buchbinderleim vom Bösner geholt und mit Pinsel verarbeitet. Das Ergebnis war entäuschend. Hat sehr viele Wellen gegeben.
      Meine Frage ist nun folgende: Ich bin auf der Suche nach einen "Verfahren" wo ich zwei Bögen Papier relativ zügig manuell vollflächig zusammenkleben kann.
      Um jeden Tip bin ich euch sehr dankbar.

      Liebe Grüße
      Christian
    • Ich komm da nicht ganz klar, aus der einen Seite habt Ihr ´nen Stapelschneider und auf der anderen schneidet ihr mit ´nem Teppichmesser. Ist doch völlig Irrational.
      Unter deinem Mitgliedsnamen steht "kleisteraffe". warum nimmste dann nicht auch den Leim namens "Kleister" dazu.
      Reihenfolge:
      - Ausdruck auf dickem Papier.
      - Kaschieren mit dem sagenumwobenem Leim namens "Kleister" hat man früher auch mal zum Tapetenankleben verwendet :-))))
      - Kaschierte Bogen in einer Presse oder wenn nicht vorhanden mit genügend Material (Bretter,Gewichte oder ner ganzen Palette) beschweren
      - schneiden der kaschierten Bogen nach der Trocknung im Stapelschneider.

      Bis denne....
    • Hallo Christian,
      preisgünstiger als mit Klebefolie kannst Du mit Kleister arbeiten wie es dir Falzguru empfohlen hat. Tapetenkleister enthält relativ viel Wasser was zu Folge hat, daß dir das Papier wellig wird und Du es pressen solltest bis es trocken ist -- also mind. über Nacht.
      Die allerpreisgünstigste Variante ist, wenn Du den Kleister selbst kochst (aus Weizenstärke, geht ähnlich wie Pudding kochen ;-)). Da kannst Du ihn fester, d.h. auch trockener machen und das Papier wird nicht gar so wellig. Aber das stundenlange unter Druck trocknen lassen bleibt Dir nicht erspart. Ein Kilo Weizenstärke bekommst Du schon für ca. 6.- € und für einen Liter Kleister brauchst Du dann ca. 3 Eßl. davon. Dieser Kleister hält unkonserviert ca.1 gute Woche im Kühlschrank, manchmal auch länger. Zum Konservieren gibt es Mittel aus der Kosmetikindustrie.
      Vermutlich hast Du beim Boesner den Planatol BB gekauft. Den kannst Du auch etwas mit Kleister strecken .... oder umgekehrt :-).
      Die nächst teurere Preiskategorie wäre der Planatol AD 94/5 B, ein Kunstharz Dispersionskleber ( Kilopreis ca. 15,-€). Mit dem kann man recht flott arbeiten. Da er kaum (oder gar kein?) Wasser enthält wellt sich das Papier auch nur wenig. Pressdruck brauchst aber auch hier - nur die Trocknungszeit ist kürzer.
      Technischer Tipp:
      1. Zum Anschmieren von größeren Mengen und Formaten rate ich Dir zu einer kleinen Schaumstoffwalze und einer kleinen Farbwanne wie sie die Maler haben - egal welchen Leim Du verwendest. Naja, außer so schnellklebende Leime wie Uhu... da wüdre ich eine Spachtel zum Verteilen nehmen.
      2. Roll gleich nach dem Zusamenfügen der zwei Teile mit der Hand-Gummiwalze drüber. Du bekommst damit ev. Luftblasen raus wenn du von der Mitte her nach außen rollst. Aber Achtung mit der Rolle wenn da Leim am Rand rausquetscht :-).

      So vielleicht konnte ich dir weiterhelfen :)
      LG Papierfrau

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Papierfrau ()

    • Vielen herzlichen Dank für eure Antworten.

      @Falzguru
      Wenn ich die 3mm dicke Pappe mit dem Stapelschneider schneide habe ich das Problem dass der Schnitt nicht schön aussieht. Dadur dass das Messer V-förmig geschliffen ist, versucht natürlich das Messer den Abschnitt wegzudrücken. Das hat zur Folge dass kurz bevor die Pappe vollständig durchgeschnitten ist der Rest gerissen wird. Das sieht unschön aus.

      @Papierfrau
      vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
      Da auch Zeit (Zeit ist Geld) eine Rolle spielt, glaube ich ist die Selbstkochvariante vielleicht nicht die beste. Aber die Variante mit dem Planatol AD94/5B klingt gut, das werde ich mal ausprobieren. Ist trotzdem noch um einiges günstiger als die teure beidseitig klebende Gudy Folie.

      Vielen Dank.

      liebe Grüße
      Christian

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mfgsc ()

    • Hallo,

      3mm dicke Pappe läßt sich perfekt schneiden, wenn du jeden Schnitt 2 mal machst.
      z. B. dein Endmaß soll 210 mm haben, dann schneide zuvor erst 211 oder 212 mm und dann noch mal auf 210 endschneiden. Dann ist dein "Abfallspan" nur noch 1 bis 2mm breit. Dann spielt das Thema Verdrängung durch das Messer keine Rolle mehr. Als ich Matritzen für den 3-Messer-Automat vorbereiten mußte, haben wir sogar zusammengeklebte Pappen bis 15 mm Dicke auf dem Planschneider geschnitten - ebenfalls immer nur 2mm-Späne abgenommen.
      Ebenfalls nach dem Gleiche Prinzip wie oben beschrieben.
      Du kannst dann auch Problemlos 10-20 Pappen mit einmal schneiden.

      Bis denne.............
    • Hallo Leute mich gibts noch! :)

      Sollte man nicht noch dazu sagen das wenn mit Kleister oder Leim gearbeitet wird das man nachdem anschmieren dem Material ein bißchen Zeit gibt damit es sich dehnen kann(ca. 30 sek oder mehr). Die Zeit ist natürlich abhängig von Material und Größe und danch gegebenenfalls nochmals anschmieren.

      Auch sollte man danach einen "Gegenzug" auf der Rückseite kaschieren damit sich das ganze nicht zu stark wölbt. Bei uns nennen wir das Gegenzug ist in etwa gleichwertiges oder gleiches Papier nur unbedruckt das genauso verarbeitet wird wie das Matrial auf der Vorderseite.

      Als Leim nehmen wir meistens Planatol Elasta mit ein bißchen Wasser verdünnt(kann bei kritschen Materialien auch mit BB oder AD gemischt werden), lässt sich super streichen oder rollern und ist auch im angebrochenen Zustand lange haltbar.

      Und wie meine "Vorschreiber" ;) schon beschrieben haben das ganze in der Presse oder zwischen beschwerten Brettern trocknen lassen. Lieber länger als zu kurz!(min. 24 Std.)



      Grüße


      bubi-ts
    • Schönen guten Morgen,

      vielen Dank für eure Antworten.

      @ Falzguru
      Ja das mit dem 2mal schneiden ist eine Idee. Danke. Jedoch möchte ich sowieso von der 3mm Pappe weg.

      @ Bubi-ts
      Danke für deine ausführliche Antwort. Das mit dem Gegenzug werde ich beachten. Damit wird im Endresultat das Material noch dicker. Das ist aber gut so. Auch das mit dem Warten nach dem anschmieren werde ich beachten. Damit sich das Material ggf. ausdehnen kann.
      Auf der Homepage von Planatol habe ich folgendes gefunden:
      planatol-adhesive.de/fileadmin…__Deko__Messe_deutsch.pdf
      Ich denke ich werde das Planatol AD mal ausprobieren.

      Vielen Dank.

      Liebe Grüße
      Christian