Gerillte Druckbogen zum Schneiden

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    • Gerillte Druckbogen zum Schneiden

      Moin alle zusammen. Wir haben heute einen Auftrag bekommen, von einer Mailingversandfirma.
      Auftrag: 4/4 farbig und lackiert, gerillt (Vorbereitung Altar) Anlieferung ungefalzt

      Wir rillen die Druckbogen nach dem Lackieren auf einer alten 1-Farben Heidelberg und anschliessend sollen die Druckbogen fertig geschnitten werden ( 14,8 cm x 44cm)
      Wir macht Ihr sowas unsere Schneidemaschine is nee Polar 92ED ohne Schnick Schnack.
      Problem dabei ist das bedingt durch die Rillen das Schneidegut sich doch etwas mehr aufbaut. Gleicht ihr diese Differenzen mit einer Pappe aus oder habt Ihr da andere Lösungsvorschläge???

      Gruss an alle und danke für die Antworten
      Mein Großvater sagte mir einst, dass es zwei Sorten von Menschen gäbe. Die, die arbeiten und die, die sich die Lorbeeren für diese Arbeit einheimsen. Er sagte mir, ich solle versuchen in der ersten Gruppe zu sein; es gäbe dort viel weniger Konkurrenz.
    • Gerillte Druckbogen zum Schneiden

      Guten Morgen BuBiJan,

      habe ich früher oft machen "dürfen" Also zum einen auf keinen Fall dicke Pakete schneiden, wegen der Längendifferenzen zwischen erstem und letztem Bogen (Schnitte parallel zu den Rillungen - Falzschwankungen /Ecken). Wenn ihr habt, ein flexibles Abdeckblech oder besser die Schaumstoffstreifen mit Magnetfolie von 3M einsetzen.
      Pappe zum Ausgleichen wird schwierig. Zum einen müsste man echt exakt anpassen um "Kleinausbrüche" oder Quetschungen im Bereich der Rillungen dann zu verhindern zum anderen Abdrücke der unterbrochenen Pappstreifen auf den nicht gerillten Bogenseiten zu verhindern.

      Gruß

      Joachim
      Das Leben, sag mir nichts über das Leben (Marvin, Roboter)
    • Hallo,

      kleine Pakete und 2 mal rütteln !!

      1. mal rütteln,
      dann in der Schneidmaschine alle 8 cm quer zur Rillung auspressen (Pressung ohne Schnitt) :-)))
      2. mal rütteln, nochmals pressen und dann schneiden.

      Zur Sicherheit noch ne dicke Pappe oben auf legen, damit die Abdrücke vom Pressbalken nicht zu sehen sind.

      Hält die Differenzen in Grenzen. Die Rillung wird durch das pressen nicht viel schwächer und die Falzmaschine benötigt nur einen etwas geschwächten
      Bruch (bedingt durch die Rillung) um exakt gefalzt zu werden.

      Handhabe ich schon seit vielen Jahren so und bin dabei noch nie auf die Nase gefallen.

      Bis denne...
    • so isses, wenn möglich einen Abend vorm schneiden die Palette wenden. Kleine Päckchen schneiden und jut is. Selbst nen halber mm Schwankung sollte kein Problem sein, da der Falz eh immer in die Rille springt........korrekt eingestellte Falzmaschine vorausgesetzt :-)
      "Ein schlechter Buchbinder kann noch immer Drucker werden"
    • Moin alle, erstmal danke für die wirklich guten Tipps habe quasi alle einmal angewandt ( Makulatur rillen lassen ;) ), bis auf das wenden der Paletten, da wir keinen Stapelwender haben und das bei der Menge ( 53.000 Dbg 200g/m² 50x70cm) doch extrem anstrengend ist..... :gem2:
      Ich habe das pressen ohne Schnitt angewandt und zusätzlich noch diese Schaumstoffstreifen von 3M verwendet, nee geile Kombi die funzt. Am Abend vorher die 1. Pal. abgepresst und am nächsten Tag geschnitten dann darauffolgend die beiden anderen Pal. hat uns zwar etwas mehr Zeit gekostet allerdings hat das Ergebnis beim Schneiden und beim Falzen wirklich überzeugt. :spr16: :spr16:


      Jedenfalls haben wir nun den Auftrag bekommen dieses alle 8 Wochen zu machen für den Kunden und das über zwei Jahre als Festvertrag :gs27:

      Bis dahin

      Gruss Jan
      Mein Großvater sagte mir einst, dass es zwei Sorten von Menschen gäbe. Die, die arbeiten und die, die sich die Lorbeeren für diese Arbeit einheimsen. Er sagte mir, ich solle versuchen in der ersten Gruppe zu sein; es gäbe dort viel weniger Konkurrenz.
    • Höhenausgleich und geringe Einlagehöhe sind bestimmt hilfreich.

      Für einen Höhenausgleich gibt es verschiedene Varianten.

      Matrize
      Mein Buchbindermeister hat früher immer Matrizen aus Graupappe angefertigt um Bücher zu schneiden oder irgendwie einen Höhenunterschied auszugleichen.

      Flexibles Abdeckblech
      Lange waren flexible Abdeckbleches modern. Ein flexibles Abdeckblech besteht aus drei Schichten (Sandwich). Dem Träger, was in etwa einem normalen Abdeckblech entspricht, eine Gummischicht und einer dünnen Eisenplatte aus Federstahl. Wenn man eine Feder biegt gibt sie nach und man hat einen Höhenausgleich. Ein flexibles Abdeckblech gleicht in erster Linie lange Wellen aus.

      Magnetstreifen
      Die Magnetstreifen von 3M haben den Nachteil, dass sie verrutschen und das Messer beschädigen können. Denn alles was Magnetisch ist beinhaltet Eisen. Die Beschädigung ist so stark, dass man gleich das Messer wechseln muss, aber steter Tropfen höhlt den Stein.

      Filz
      Filz eignet sich sehr für kurze Wellen. Man kann 10 mm dickes Industriefilz mit doppelseitigem Klebeband unter das normale Abdeckblech kleben. Dann hat man einen Höhenausgleich, der sich für praktisch alle Arbeiten und viele, viele Monate eignet. Bei den Vertretungen der führenden Schneidmaschinenhersteller gibt es fertige Sätze mit Einbauanleitung.

      Weiche Kunststoffe
      Wenn die Anwendungen sehr kompliziert werden, (z. B. Geldschneiden) verwendet man auch weichen Kunststoff unter dem Abdeckblech. Diese Abdeckbleche werden von den jeweiligen Schneidemaschinen-Herstellern geliefert. Sind aber ziemlich teuer. Für normales Schneiden finde ich sie etwas übertrieben.

      Hat man keinen Höhenausgleich zur Hand kann man nur die Einlagehöhe reduzieren. Aber das nervt und die gerade Fläche des Pressbalkens, bzw. des Abdeckbleches sorgt oft für Abdrücke.

      Buntpapier
    • Wir hatten über mehrere Jahre einen Katalog zu verarbeiten, bei dem der Umschlag (280gm²) 12 Seiten hatte; vorne und hinten 2 Klappen, wobei die innerste Seiten je eine Bestellkarte mit Abrissperforation war. Perfo- 3x Nut- Perfo (10,5-19-21-21-19-10,5 cm).
      Beim ersten mal hatten wir kleine Lagen (ca.5 cm hoch) geschnitten und brauchten für die Umschläge über 7 Stunden, bei einer Auflage von über 40.000 ca. 6 Paletten in Brusthöhe die zu schneiden waren, also ein schönes Draufzahlgeschäft. Hatten dann beim nächsten mal eine Weile herumgetüftelt und sind dann zu einem rationellen und qualitativ gutem Ergebnis gekommen, das die Schneidezeit auf 2 Stunden reduzierte und den Arbeitsschritt wieder rentabel machte.

      Nach dem Rillen im Doppelnutzen mussten die Bogen gewendet werden, da die Bogenenden so nach oben gebogen waren, daß sie beim Rütteln seitlich wegrutschten. Beim Ausstreichen im Rüttler mußte der Druck stark reduziert werden, weil die Stapel sehr hoch waren und dadurch die obersten Bogen (5-10) sonst Falten warfen und die Perfo aufplatzte.
      Beim Einlegen in die Schneidem. (Polar 137 mit MEGACUT Messer ) waren die Stapel so hoch, daß gerade noch die Finger zwischen Schneidgut und Pressbalken passten. Die Umschläge wurden dann parallel zu den Perfos und Nuten 5x mit vollem Druck und längstmöglicher Presszeit abgeresst, (quer ging nicht, da sonst auch zuviel der obersten Bogen unbrauchbar waren) wobei die Perfo und Nut genau an der Vorderkannte (Schnittkante) vom Pressbalken sein musste, weil es mittig unter'm Balken wiederum Quetschfalten gab. Während des Abpressens mit Autotrim wurde die nächste Einlage gerüttelt, also ist auch kein Zeitverlust durch den relativ langen Abpressvorgang entstanden. Nach dem Abpressen wurde dann der erste Schnitt quer zu Nut gemacht (lange Seite), Bogen um 90° gedreht und mit Schlagklotz kraftig an den Schlitten geprügelt und dann der Gegenschnitt zur Anlage (schmale Seite), dann wieder lange Seite, Trennschnitte, drehen und Endbeschnitt. Das Ergebnis bei ca. 20cm hohen Einlagen beim schneiden waren Differenzen zwischen 1-1,5 mm (zwischen obersten und untersten Bogen) was aber beim Falzen keine Rolle spielte, da der erste Bruch mit Perforation (bei Rillung wäre gleiches Ergebnis zu erwarten) immer "reingesprungen" ist. Optisch war nach dem Beschneiden und Falzen kein Unterschied zu erkennen, nur beim nachmessen konnte der Millimeter mokiert werden. Es gab aber nie eine Reklamation (heikler Kunde).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von freierbuchbinder ()