Rillen und perforieren; nach mir die Sinnflut...

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    • Rillen und perforieren; nach mir die Sinnflut...

      Mahlzeit,

      heute liebe ich meinen Job mal wieder so richtig, hab hier ne Nachproduktion die mächtig Freude bereitet...

      Hab hier ne Broschüre mit nem 6S. Umschlag der vom Kunden gerillt angeliefert wurde, da dieser bündig zum Inhalt sei soll habe wir parallel zum Rüsten fürs Vortragen die ersten Umschläge geschnitten und gefalzt um den Inhalt bündig schneiden zu können.
      Nun das erste Problem, der Stand der Rillung wurde gegenüber der ersten Produktion verändert, natürlich zum negativen, er wurde verkürzt.
      Bei der Erstauflage wurden schon knapp an der Seitenzahl des innersten Bogen vorbeigekrazt, an eine Bundverjüngung bei 28S. Inhalt mit 150g/m² denkt natürlich, wie so oft, keiner...
      Da der Umschlag nun einen guten mm kürzer ist schneiden wir dieses mal die Seitenzahl kaputt wenn alles weiter bündig sein soll, also ab zum Kunden mir das ganze abnehmen lassen.
      Kunde sagt wie er das haben will, ich rufe bei uns an, die sollen den Umschlag weiter falzen.
      Komme zurück in die Firma, wieder Ärger mit dem Umschlag, der ist z.T. grottenschief gerillt, da gibt es Differenzen von 2-3mm von Kopf zum Fuß, bei einem A5 Format...


      Irgendwie haben wir ständig Ärger mit Bogen die bearbeitet angeliefert werden:

      -Perforationen die so stark sind das sie beim falzen auseinader fliegen
      -s+w Drucke die nicht vorm rillenn getrennt werden sondern schmerzfrei positiv und negativ gerillt werden
      - wenn doch mal geschnitten wird, wo ist denn jetzt die Anlage? Besonders bei überläufern immer wieder schön
      - dicke Grammaturen die falsch rum gerillt wurden und dann doch munter aufplatzen
      -...

      Wie ist das bei euch, bekommt ihr auch so einen Mist angeliefert?




      .
      Rettet den Wald, esst mehr Bieber!
    • Qualität kostet Zeit die keiner hat

      Tja Bekannt
      Zum Glück nicht mehr.
      Das Positiv und Nagativrillen war eine Ursache der Vorstufe. Mann setzt einfach um beim Drucken Geld zu Sparen innen und außen auf einer Seite.
      Schon beim RIllen im Zylinder eine Negativ und eine Positiv Rille. (sind doch nur Buchbinder)
      Leider habe ich Festgestellt das Qualität im Papier auch mehr und mehr nachlässt.
      Dazu kommt noch nicht Fachgerecht ausgebildetes Personal. (Falzen ist doch nur das Knicken von BG das kann doch jeder).
      Maschinen die nur noch 5Min Rüstzeit haben. Bla bla bla bla :cursing:
      Zum Schluß noch schwere Worte an unsere MIT- Arbeiter "nach mir die Sindflut"

      Gründe dei manchmal das Arbeiteten richtig vermiesen.

      Mein Leitspruch beim Arbeiten ist so oder so "lieber alles mit Ruhe und einmal als mit Hecktig und Zwei mal"
    • Bubi schrieb:

      Wie ist das bei euch, bekommt ihr auch so einen Mist angeliefert?

      Was soll ich sagen; ist doch mein (unser) täglich Brot. ;(

      In den Druckerein geh's ja meist noch, da kann man den Sachbarbeitern, Vorstuflern und Druckern (so wie 3x /innen) den "Mist" unter die Nase halten und freundlich vorrechnen, was diese "Meisterleistung" an Mehraufwand und somit Geld kostet, aber in reinen Buchbindereien wird dieser "Mist"oft nicht einmal beim Kunden erwähnt, geschweige denn durch eine "ehrliche" Nachkalkulation in Form eines Aufschlages bei der Rechnung präsentiert.

      Mist angeliefert zu bekommen und verkaufbare Ware abzuliefern, das macht doch Profi-Bubi aus. :thumbsup:
    • Sicherlich habt ihr recht, Anspruch muss sein, aber dieses einfache: "hier haste, mach was draus" ist z.T. doch schon sehr deprimierend, die Kunden erwarten in kürzester Zeit gute Arbeit zum Spitzenpreis, und da muss man doch miteinander reden damit das auch umgesetzt werden kann. Aber da wir eine reine Buchbinderei sind kann ich auf Vorabeiten nur selten Einfluss nehmen, und das sich ein Sachbearbeiter mal die Zeit nimmt um Grundsätze zu besprechen und festzulegen damit möglichst problemlos verarbeitet werden kann ist leider eine seltene Ausnahme bei uns.


      freierbuchbinder schrieb:

      was diese "Meisterleistung" an Mehraufwand und somit Geld kostet, aber in reinen Buchbindereien wird dieser "Mist"oft nicht einmal beim Kunden erwähnt, geschweige denn durch eine "ehrliche" Nachkalkulation in Form eines Aufschlages bei der Rechnung präsentiert.


      Nachdem wir da in letzter Zeit doch häufiger Problemem hatten, und manch ein Kunde einfach auch beratungsresistent ist, schreibe ich unsere Angebote nun etwas ausführlicher und weise von vornherein darauf hin worauf zu achten ist, und das Mehraufwand entsprechend berechnet wird.

      Die Knaller der letzten Woche:

      -16S. Falzbogen mit Überläufer auf jeder Seite für den Sammelhefter, Anlage an der falschen Seite...

      -Kunde wälzt das Erstellen eines Standbogen für eine 12S. Broschüre auf mich ab, ich komme dem nach zeichne ihm Beschnitt, Falzmarken und Seitenzahlen auf, hat ja den Vorteil das ich den Bogen so aufteilen kann das ich vernünftig verarbeiten kann, und er ändert die Seitenfolge. Hatten keinen 12S. mehr, sondern nun 8+4S...



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    • Schief rillen oder Positiv/Negativ kenne ich auch genügend, aber vor ca. 1 Monat hatte ich einen vorgerillten A4 Altarfalz (Rillung im letzten Druckwerk mit aufgeklebter Rilllinie und wieder mal Positiv und Negativ) mit einem leichten Bogen in der Rillung. Da kannst Du dir dann aussuchen wo Du herfalzen möchtest, irgendwo guckt der Bogen immer raus ( falls er überhaupt als Altar rauskommt). Ende vom Lied war der Neudruck, da die Qualität nicht mehr verkaufbar/Falzbar war. ( Wie sagte der Drucker und der Druckermeister : Für so etwas sind die Maschinen überhaupt nicht geeignet, und überhaupt.....blablabla ).

      Jetzt bin ich auf der Suche nach einem Balkenrillagregat den ich vor die Falzmaschine setzen kann oder als Solomaschine betreibe. Hat damit einer Erfahrung?
      Schon mal Danke für die Antworten.
    • Da wir nahezu alles in der Firma produzieren, können wir wenigstens den Verantwortlichen für derartige Unsinnigkeiten zur Rede stellen und wenn er ein bisschen Anstand und Sachverstand hat, wird er er nächstes Mal anders machen.

      Leider bekommen wir von gewissen Kunden immer wieder billigst Produzierte Produkte, die wir dann weiterverarbeiten sollen. Das ist dann immer das größte Ärgernis, nicht nur dass man den Bockmist von offensichtlich wenig fachkundigen "Kollegen" ausbaden muss, der Kunde erwartet am Schluss dann auch noch ein perfektes Produkt und ist pingeliger beim Reklamieren wie so mancher Konzern.
      Ein paar Beispiele:

      - Beihefter für ein vierteljährlich erscheinendes Fachmagazin sollen in die bei uns produzierte Broschüre mit eingeheftet werden. Ich weiß nicht wo sie gedruckt und geschnitten werden, aber von gleichbleibendem Beschnitt hat man dort ebensowenig gehört wie von Schneidanlage oder ordentlicher Verpackung

      - Ein nicht ganz unbekannter Tuningteile-Händler lässt bei uns jedes Jahr seine Plakate falzen. Aus kostengründen werden sie aber von irgendeiner Online-Billigdruckerei in Tschechien produziert. Bei der Auflage von 25 000 Stück dürften mindestens 5 verschiedene Grammaturen dabei sein und man erkennt jede Schneidlage deutlich am variierenden Spitz. Dass die Paletten grundsätzlich schlecht verpackt und meist vollgeregnet bei uns ankommen setzt dem ganzen noch die Krone auf

      - Besonders ärgerlich auch immer die Kunden die meinen Geld sparen zu müssen indem sie ihre Werbebroschüren oder was auch immer selber erstellen und dann natürlich auch nicht für eine Prüfung ihrer Druckdaten zahlen wollen. Das Ergebnis reicht von absurd verbockten Überlaufseiten bishin zur völligen nicht-produzierbarkeit


      Das wenige was wir auswärts machen lassen müssen wie UV-Lack, Rillungen über mehr als 630 oder Fadensiegelungen kommt aber eigentlich immer in ansprechender Qualität. Wir arbeiten da schon seit Jahren mit immer denselben Firmen zusammen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von DirtyCrow ()