Welcher Einzangenbinder ist empfehlenswert

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    • Welcher Einzangenbinder ist empfehlenswert

      Hallo Forum,

      derzeit verwende ich einen FKS 2000-Hotmelt-Klebebinder und bin auch sehr zufrieden damit. Das Auftragsvolumen steigt allerdings rapide, weshalb ich überlege, mir einen Einzangenninder zuzulegen. Mein Händler ist der Meinung, dass man mit einem Einzangenbinder nicht produktiver ist wie mit meiner vorhandenen Maschine, wobei mir die auf Youtube präsentierten Einzangenklebebinder recht flott vorkommen. Vielleicht ist diesbezüglich mein Händler auch etwas voreingenommen, da er nur manuelle Binder vertreibt.

      Deshalb meine Frage: Welchen Hotmelt-Klebebinder könnt Ihr mir empfehlen? Die Bindungen sollten natürlich haltbar sein. PUR kommt aktuell leider nicht in Frage, weil kaum Lagermöglichkeiten bestehen und die fertigen Bücher deshalb direkt weiterverarbeitet werden müssen. Die meisten der von mir produzierten Bücher haben 300-500 Seiten (100g-Papier).

      Derzeit stoße ich bei Gebrauchtmaschinenhändlern hauptsächlich auf:
      - Horizon BQ 270 (hier scheint es verschiedene Versionen, mit sw- und Farbdisplay zu geben)
      - C.P. Bourg BB3002
      - JUD
      MR 720

      Vielleicht wäre auch ein manueller Klebebinder mit Sauganleger, falls es sowas gibt, empfehlenswert? Eine einfache manuelle Rillmaschine ist ja bereits vorhanden.
    • Einzangenbinder

      Hallo Bambi,

      je nach Hersteller und Model sollen bis zu 500 Bücher/h herstellbar sein. Machbar sind im Durchschnitt ca. 200-250 Ex. Wenn Du nach einer Gebrauchtlösung suchst, kann ich Dir nur raten, nach Modellen der bekannteren Hersteller zu schauen, da in Zukunft Ersatzteilversorgung bei einigen exotischen Herstellern ein Problem werden könnte. Haltbarkeit ist ein relativer Begriff bei Kleinbindern mit Hotmelt-Ausrüstung. Die eingesetzten Multiwerkzeuge zur Rückenbearbeitung sind halt bei einigen Maschinen, sagen wir mal vorsichtig, Subuptimal! Sind sie zu klein, oder bei Gebrauchtmaschinen oft verschlissen, wird die Bindung niemals gut werden. Auch nicht zu vernachlässigen ist der Herstellerservice. Ist in Deinem Raum ein geeigneter Monteur relativ zeitnah zu bekommen? Denn Maschinen gehen immer kaputt, wenn Du es nich unbedingt brauchst. Und da alle neueren Kleinbinder meistens über Digital-Steuerungen verfügen, die einem zwar das Einrichten fast abnehmen, aber auch ganz viele Sensoren dafür haben, ist eine Eigenreparatur oft nicht möglich.

      Wenn Du das Geld hast heute in einen Einzangenbinder zu investieren und in 2 Jahren dann in den nächsten Mehrzangenbinder, dann kaufe z.B einen BQ270 (gute Maschine). Ich würde aber angesichts der Investitionsgröße, der Zukunftsorientierung, der Maschinentechnik und der Preissituation zu einem guten gebrauchten BQ 460/470 raten. Da hast Du dann eine für diese Größe sehr gute Maschine, Automatischer Umschlaganleger und kannst auch größere Auflagen ohne Stress fertigen. Billig kauft immer zweimal!!!

      Gruß

      Joachim
      Das Leben, sag mir nichts über das Leben (Marvin, Roboter)
    • Hallo Bambi,

      auch wenn das hier keine Antwort auf deine Frage
      ist, aber vllt. interessierts dich ja doch.

      ich selber habe jahrelang PUR Bindungen
      im kleinen bis mittleren Auflagenbereich gebunden,
      und habe sie stets ein paar Minuten nach dem Binden
      weiterverarbeitet, also z.B beschnitten.
      Die eigentliche Abbindezeit fand dann einfach z.B
      auf dem Weg zum Kunden statt, oder eben über Nacht
      bis der Kunde die Bücher abholte.
      24 Std reichen vorerst, nacch 48 Std sind sie dann komplett durchgezogen.
      (Ausser im Winter bei der niedrigen Luftfeuchtigkeit)

      Aber wie gesagt, der Beschnitt befolgte direkt nach dem Binden.
      Was wir auch machten waren die Buchblocks dann zum Handwerksbuchbinder
      geben, der Hardcover draus machte,
      Dies geschah auch ohne Zwischenlagerung.

      Man darf nur nicht die aufgeschlagenen Buecher aufdrücken.

      mfg
    • Über diese auch mal nachdenken ...

      Moin Moin aus Hamburg,
      zusätzlich zu den bisher genannten Maschinen empfehle ich den Wohlenberg Quickbinder und den Müller-Martini Amigo auch mal anzuschauen. Grundsätzlich finde ich die Tipps von Joachim_29 sehr wertvoll und halte den Ansatz der "Ersatzteil- und Monteur-Verfügung" als ein sehr gewichtiges Argument, das in der Überlegungsreihenfolge unbedingt nach Vorne gehört. Nun noch eine Anmerkung zum Klebstoff-Einsatz: Hotmelt-Klebstoffe sind allesamt sehr gierig auf Mineralölmoleküle die in den Druckfarben drin sind und ziehen diese magnetisch an. Wenn diese dann in den Hotmelt reingewandert sind (das kann bis zu 3 Monate dauern) löst sich die Klebkraft des Hotmelts fast vollständig auf, die Blätter fallen buchstäblich "wie das Herbstlaub" aus der Bindung. Dies würde ich bei der Maschinenauswahl auch beachten. Das Klebstoff-Thema generell ist aber an anderer Stelle besser zu vertiefen.
      Beste Grüße aus Hamburg