Leder verarbeiten

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Du bist neu hier? Registriere Dich doch noch heute und diskutiere mit Fachleuten aus Deiner Branche. Buchbinder.club ist und bleibt KOSTENLOS.

    • Leder verarbeiten

      Hallo zusammen,
      ich schon wieder mit einer Anfängerfrage...
      Ich hab gerade die Beiträge zur Lederverarbeitung und zum Schärfen gelesen.
      Ich hab ja keine richtige Ausbildung, nur so halb im Studium, deshalb hab ich auch noch nie Leder für Einbände verarbeitet. Scheint nicht so ganz einfach zu sein. Gibt es ein Buch, in dem das gut erklärt wird? In "Schachtel, Mappe, Bucheinband" steht dazu leider nichts.
      Wie verhält sich Leder z.B. beim Kleben: Dehnt es sich ähnlich wie Papier oder Leinen aus?
    • Hallo Navina,
      am besten man fängt mit einem Buchbinderleder an , das so dünn ist, dass man es nicht schärfen muss z.B. Ziegennarbenspaltleder 0,6mm. Der Einband funktioniert wie bei einem Leineneinband, nur die Ecken werden anders erstellt. Siehe Link Beim Bekleben kann sich das Leder wie Leinen verhalten, ist aber sehr vom Leder bzw. der Pappe abhängig , sollte man einfach ausprobieren. Im Normalfall klebe ich als Gegenzug Schrenz ein, damit gleiche ich dann auch die Stärke des Leders aus.

      Wie man Leder schärft, sollte man sich, von einem der es kann, zeigen lassen (besonders das Messer überprüfen lassen ob es scharf genug und richtig gechliffen ist. Danach üben üben üben.

      Ein Buch was wirklich überzeugen konnte, kenne ich nicht. Vieleicht helfen Dir ja die Bilder unter

      buchbinden-zachow.de/index.php…lender-fuer-das-jahr-2013
      Viele Grüße Frank

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Frankzachow ()

    • Bleibt mir nur noch zu erwähnen, daß das dünnste Buchbinderleder "Titelleder" genannt wird, für einen Bucheinband allerdings zu schwach in der Masse ist und folglich auch viel zu schnell einen Riss oder ähnliches bekommt. 0,6mm dickes Leder schärfe ich übrigends schon noch, allerdings nur entlang der Schnittkanten und am Kapitaleinschlag. Im Falz nicht. Vielleicht versuchst Du erstmal den flexiblen Lederband. Da mußt nix ausschärfen und klebst den Buchblock nur in einen Lederumschlag - fertig.
      Wie Frankzachow schon richtig schrieb: das Lederschärfen sollte Dir jemand zeigen der es kann. Und auch wie man das Messer richtig schleift.
      Auf Youtube gibt es einige Videos zum Thema schärfen. Manche sind aber mit Vorsicht zu geniesen :-).
      Lektüre dazu muß ich erst suchen. In den neueren Fachbüchern steht darüber nicht mehr viel drin.
    • Hallo,
      das Vorsatzpapier kann ausreichen, muss aber nicht. Entscheidend ist auch die Pappe . Wenn du normale Graupappe verwendest, verzieht sich das Material stärker. Bei Buchbinderpappe gleicher Stärke verzieht es sich weniger. Ich würde auf alle Fälle einen Gegenzug empfehlen. Zum Ausprobieren kann man aber auch den Ledereinband fertig machen und über Nacht trocknen lassen. Am nächsten Morgen sieht man, wie sich das Material verhält . Den Gegenzug kann man, wenn nötig, dann immer noch einkleben.
      Berücksichtigen muss mann dann:
      Wenn der Einband stark verzogen ist, die Pappe sowie den Gegenzug mit Leim einstreichen
      Wenn es schwach verzogen ist, reicht es aus nur den Schrenz mit Leim einzustreichen.
      Wenn es gar nicht verzogen ist, kann man direkt das Vorsatz benutzen, aber man sieht die Kanten des ungeschärften Leders.
      Viele Grüße Frank