Müllentsorgung Sammelhefter

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    • Müllentsorgung Sammelhefter

      Frohes Neues erst mal!

      Ich habe mal ne ganz bescheidene Frage zur Müllentsorgung an euern Sammelheftern. Ich bin der Ansicht das wir ein Betrieb sind der in dieser Hinsicht noch im Mittelalter lebt! (Wahrscheinlich einer unter 100 in Deutschland ;)

      Wie läuft das bei euch, habt ihr alle Förderbänder die den Müll in den Kontainer verfrachten oder sogar eine Absauganlage?
      Bei uns gibt es weder das eine noch das andere, wir müssen den Müll immer mit einer MISTGABEl unter dem Sammelhefter hervorholen und dann in einen Kontainer verfrachten (ca. 1,50*1,80*1,50m groß). Und klar, jedes mal wenn der voll ist muss er von zwei Mann einmal durch die ganze Buchbinderei geschoben werden und dann draußen im Hof mittels Gabelstabler in den großen Kontainer geleert werden. Das kostet nicht nur Kraft sondern auch jede Menge wertvolle Zeit, zu 95% muss der Sammelhefter angehalten werden...
      Ein Beispiel zu Heute, da haben wir 8 Stunden gearbeitet und 7 davon konnte der Sammelhefter nur laufen. :thumbdown: Letze Woche hatten wir einen Auftrag wo so viel Abschnitt dran war, das eine Person den Müll machen musste und einer hat nur den Umschlag eingelegt, was normaler weiße einer alleine macht. Aber es ging wirklich nicht anders, das da alle Nasenlang der Kontainer voll war erklärt sich von selbst.

      Wir versuchen schon seit Jahren, das wir wenigsten ein Förderband bekommen das die Mistgabel endlich Passe ist, leider vergebens. :cursing:

      Würde mich echt mal Interessieren ob es Leidensgenossen gibt, oder ob wir ein Unikat in der Hinsicht sind.
      Aber eins steht fest, es gibt wahrscheinlich kaum eine Firma in der Prozentual so viele Leute mit einer Mistgabel umgehen können wie bei uns ;)

      Bin gespannt auf eure Antworten
      "Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein Mann der sie versucht hat zu bremsen"
    • Also unsere Firma ist im Jahr 2005 in einen Neubau gezogen, bei dessen Planung sich der Vorstand Hilfe von Heidelberg eingeholt hat. Zunächst sollte eine Absauganlage eingebaut werden. Das scheiterte aber an einer feuerfesten Wand, hinter der der Müllcontainer jetzt in einer Art Garage steht. Durch diese Wand darf man logischerweise keine Löcher bohren.
      Trotzdem ist die Lage des Müllcontainers jetzt ideal - neben dem Sammelhefter! Dort und an unseren Schneidetischen wird der Müll mittels Förderbändern in Tonnen entsorgt. Diese werden zum entleeren in eine Vorrichtung eingehangen und in einen Presscontainer entleert (So sieht der in etwa bei uns aus: KLICK ). Vom Sammelhefter aus dauert dieser Vorgang etwa 2 Minuten. Wenn der Hefter nicht allzu schnell läuft, kann das sogar während des Laufens geschehen.
      Auch für unsere Schneider ist der Weg zumutbar, sodass wenig Produktionszeit verloren geht.
      Abgeholt wird der Müll dann von einer holländischen Recycling-Firma. Dieses Werbe-Foto der Firma ist vor unserer Firma entstanden (Man kann sogar mein Auto sehen: der graue Zafira am rechten Bildrand :D ).
      Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Falzonkel ()

    • Ist ja wie in der Steinzeit.
      Frag doch mal deinen Chef obs net sinnvoller wäre den Sammelhafter abzuschaffen und dafür 5 alte Klopfer zuzulegen. Und auf dem Planschneider wird dann der Endbeschnitt gemacht.(Oder auf ner alten Handhebelschere :D ). Absolute Kopfschüttel. Nee Nee Nee.
      Ich habe damals meinem Chef vorgerechnet wieviel Zeit übers ganze Jahr mit dem Leeren der Container (Wir hatten zu der Zeit noch Späneförderbänder :thumbsup: )" verbraten" wird. Er hat sich dann mal schlau gemacht und am Ende gabs ne komplette Absauganlage für 2 Sammelhefter und 2 Schneidmaschinen + die Anbindung für die Falzmaschinen.
      Die Anlage wird gemietet ( wegen evtl. Reparaturkosten z.B.) und nach ca. 15 Jahren. Haben sich die Ausgaben egalisiert. Weitblick hat manchmal auch was gutes für sich.

      Bis denne...
    • Als Abfallentsorgung habe ich bisher 4 Varianten gesehen.
      Wenn sich unter dem Sammelhefter eine andere Etage befindet, kann man ein Loch in die Decke schneiden lassen. Der Abfall fällt dann einfach durch das Loch in einen Container. Vorteil - einfach und billig. Nachteil - nicht in jeden Gebäude möglich und man muss Vorschriften für den Brandschutz einhalten.
      Als zweites gibt es Förderbänder. Die sind nicht so teuer und transportieren den Abfall überall hin. Vorteil - relativ geringe Kosten. Nachteil - Papier lässt sich nicht so einfach beherrschen wie es manchmal aussieht. Man muss die richtigen Bänder mit Rippen und korrekten Seitenwänden benutzen. Es ist also ein Fachmann oder eine Fachfrau gefragt. Dann kann das Papier sogar senkrecht gefördert werden.
      Komfortable sind natürlich Absauganlagen. Vorteil - wenig Platzbedarf an der Maschine und elegantes Entsorgung bishin zu Ballenpressen. Nachteile - Durch die Luftbewegung steigt der Staubanteil im Gebäude. Relativ hoher Geräuschpegel. Bei billigen Anlagen hoher Wärmeverlust im Winter.
      Man muss also genau abwägen und dann rechnen wie hier ja schon beschrieben wurde.
      Die vierte Variante war ein Betrieb in Hanau. Dort wurden körperbehinderte Menschen für sehr einfache Aufgaben beschäftig. Bitte keine Vorurteile, das kann sehr gut funktionieren. Vorteil - sozialer Effekt und Steuererleichterungen für den Betrieb. Nachteil - Firmeninhaber haben Angst vor den Konsequenzen wenn man den Mitarbeiter irgendwann nicht mehr braucht.
      Buntpapier
    • @ Falzonkel: Das mit dem Presskontainer klingt gut, aber auch da wird sich die nächsten Jahre wahrscheinlich nichts dran ändern! Den Kontainer den wir haben, wird in der Regel nur einmal die Woche geleert, da lohnt sich die Investition wahrscheinlich nicht, von so einer schönen Presse.
      @Falzguru: Für eine Absauganlage wird mein Chef noch weniger zu überreden sein, wie zu nem Förderband :| . Und zu den Klopfern, ich muss zugeben habe gerade erst mal gegoogelt was das ist :D Ich hätte da noch einen alternativen Vorschlag, wir haben noch einen Fuktionstüchtigen alten Sammelhefter, wo man die Bogen nacheinander von Hand auflegt. Da muss nachher auch auf dem Planscheiner der Beschnitt noch gemacht werden. Er kommt im übrigen auch noch Regelmäßig zum Einsatz ^^ . Vielleicht kennt ihr noch so einen aus dem Museum ;)
      @ Buntpapier: Die Idee mit dem Keller ist Theoretisch möglich nur Praktisch hapert es. Und das Einstellen von körperlich behinderten Menschen wird er auch nicht machen (können).

      Ich sehe schon, so Altertümlich wie bei uns zu geht, wird es wohl kaum ein zweites mal geben 8|

      War aber nett von euch zu hören, werde Montag auf der Arbeit mal ein bisschen rumsticheln, wie einzigartig wir doch sind :D
      "Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein Mann der sie versucht hat zu bremsen"
    • Sweety87 schrieb:

      Das mit dem Presskontainer klingt gut, aber auch da wird sich die nächsten Jahre wahrscheinlich nichts dran ändern! Den Kontainer den wir haben, wird in der Regel nur einmal die Woche geleert, da lohnt sich die Investition wahrscheinlich nicht, von so einer schönen Presse.

      Doch, das lohnt! Denn der Holländer, der unseren Müll abholt, zahlt meines Wissens sogar Geld dafür an uns. In Holland betrachtet man Altpapier vernünftigerweise wohl nicht als Müll, sondern als Rohstoff.
      Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)
    • Hallo Sweety,

      ich kann nur sagen Du bist nicht allein! :)
      Bei uns sieht es auch nicht anders aus, außer vielleicht das ich keine Mistgabel verwende um den Müll in die Box zu werfen.
      Wir haben 2012 einen gebrauchten Bravo plus bekommen und da hab ich das Thema auch mal angesprochen weil man ja mit der Maschine wesentlich mehr produziert im Vergleich zum Presto den wir davor hatten. Da wir jedoch nur ein kleinerer Betrieb mit einer Schicht sind und der Sammelhefter auch nicht jeden Tag läuft hat sich das ganze schnell für mich und meinen Chef erledigt. Läuft halt die Maschine ein wenig langsamer das fällt bei unseren kleinen Auflagen nicht so ins Gewicht.
      In einer Firma wo ich vorher gearbeitet habe da hatten wir eine Absaugung und da wäre es auch ohne nicht mehr gegangen: Schichtbetrieb, hohe Auflagen, und hohe Umfänge.
      Ich weiß ja nicht wie es bei euch ist?
      Mein Favorit für kleine bis mittlere Betriebe wär eine Lösung mit Späneförderband und Presscontainer mit Schüttvorrichtung wie sie Falzonkel beschrieben hat und bei großen Betrieben dann ganz klar eine Absaugung.

      Aber das ist eigentlich eine einfache Rechenaufgabe was sinnvoll ist und was nicht. Meistens scheitert es an der Einstellung z. B.:" Das haben wir doch schon immer so gemacht"!

      MfG Bubi-ts
    • Absaugung lohnt sich auch bei nur einer Schicht. Moderne Absaugungen messen sogar den Luftstrom der benötigt wird und schalten beim einrichten auf Stand-by.Also Späneförderband muß mindestens drin sein. Wenn wir bei uns das Papier am Prima mit Mistgabeln oder so entfernen müssten, dann bräuchte ich bei dem ausstoss noch 2 Personen mehr pro Schicht.

      Ihr könnt aber gerne wie früher arbeiten, der Markt bereinigt sich gerade sehr stark.....(leider)
    • Genau so sieht es aus, bei uns stehen zu 80% der Aufträge immer zwei Damen an der Auslage die auch nicht mehr die jüngsten sind (beide 60+). Und das was wir die manchmal leisten ist meiner Meinung nach einen ganz schöne Zumutung, da wären selbst junge Hüpfer am Ende einer Schicht kaputt. Und in Rente gehen geht nicht, zumindest bei einer Person...

      Also im Grunde ist die Belegung wie Folgt: Zwei an der Auslage, einer macht den Müll und Umschlag und je nach Auftrag 1-3 Leute die Einlegen. Wenn sich an den Sommer denke, wo mindestens 3 Personen dann gehen (Schwagerschaft, Fortbildung etc.), dann wird es echt Happich in der Buchbinderei, weil neue Leute einstellen ist nicht :|
      Da wäre zumindest ein Förderband von nöten, aber man spricht da Wortwörtlich mit einer Wand...
      "Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein Mann der sie versucht hat zu bremsen"
    • Also wir hatten das früher ebenfalls über ein Loch in der Decke gelöst. Der Nachteil ist, die Lehrung von 4 Palloxen dauerte ca 1 Stunde mit fertigmachen, aufn Stapler und rausstellen, 4 neue Palloxxen holen, Fahrstuhl wieder runter und und und.
      Durch einen Anbau haben wir jetzt den Sammelhefter wo anders stehen und es mit einem Förderband gelöst. Darunter stehen 2 Palloxen, der Abnehmer geht alle 5 Minuten nach hinten und drückt das Papier zusammen. Und irgendwann werden eben die 2 vollen Palloxen rausgezogen und 2 leere kommen rein. Eine Absauganlage ist sicher etwas tolles, aber wenn ein Sammelhefter nicht jeden Tag 8-12 Stunden am Stück läuft, ist die Förderbandlösung wirklich einfach.

      So ein gebrauchtes Förderband bekommt man für 1000 - 2000 EUR, neu kosten die Teile um die 5000 - 6000 EUR. Und ganz ehrlich, das Teil muss ja nichts machen, außer mit einer lahmen Geschwindigkeit Papierschnipsel zu befördern ;)

      Wenn du jeden Tag auch nur ne halbe Stunde sparst und die Mitarbeiter mit der Mistgabel entlastest, hast du das Geld doch ruckzuck wieder drin...


      Ich weiß jetzt nicht, was für einen Sammelhefter ihr habt, und wie schnell dieser bei den meisten Aufträgen so läuft, das wäre noch interessant zu wissen. Dann kann man etwas besser abschätzen, wie der Abfallpegel steigt...
    • Müller Martini Prima

      Auflagen haben wir zwischen 500- 95000 :)
      Der Sammelhefter läuft im Durchschnitt auf 5000 die Stunde, kommt aber auch mal vor das er an die 9000 läuft, wenn man dünne Broschüren hat wo kaum Abfall entsteht. Aber meistens ist der so "langsam" wegen dem Müll.
      Lohnen würde sich ein Förderband in jedem Fall
      "Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein Mann der sie versucht hat zu bremsen"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sweety87 ()

    • Wir haben auch keine Absaugung oder Späneband an unseren Sammelheftern, sowas bekomme ich auch nicht. Bei einem arbeiten wir auch mit Gartengerät :thumbsup: um das Papier hervorzuziehen um es dann manuell in diese Sulo Contailer zu schmeißen, bei dem anderen stehen diese Postkisten drunter in denen vorgesammelt wird. solange die Broschüren nicht zu dick sind, oder der Beschnitt nur gering ist macht das auch wenig Probleme, unsere Sammelhefter sind ja auch nicht die schnellsten, aber bei mehreren cm Beschnitt pröckelt man da dann auch schon ganz ordentlich.

      Den Neupreis von 10.000€ wurde uns auch schon genannt, ist ein knackiger Preis, gebrauchte wurden uns mal für die Hälfte angeboten, und in den Maschinenbörsen tauchen immer wieder welche auf.


      Falzonkel schrieb:

      Doch, das lohnt! Denn der Holländer, der unseren Müll abholt, zahlt meines Wissens sogar Geld dafür an uns. In Holland betrachtet man Altpapier vernünftigerweise wohl nicht als Müll, sondern als Rohstoff.

      Nicht nur die Holländer zahlen fürs Altpapier ;)
      Rettet den Wald, esst mehr Bieber!
    • Entschuldigung erst mal das ich mich hier so lange nicht habe Blicken lassen...

      Wollte mich ja eigentlich zu dem aktuellen Thema "Müllentsorgung" äußern, aber leider war das Forum ja geschlossen. Habe mich dort irgendwie angesprochen gefühlt :)

      Danke für die Mühe, das hier weiterhin versucht wird zu Helfen :)
      "Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein Mann der sie versucht hat zu bremsen"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Miss Marple ()