Anfänger hätte bitte einige Fragen

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    • Anfänger hätte bitte einige Fragen

      Einen schönen Sonntag Morgen

      Habe vorhin gelesen, dass mein erster Beitrag im Blog gelandet ist.
      Obwohl ich noch ganz am Anfang mit dem Buchbinden stehe, kann ich sagen, dass es mir gefällt.
      Wie vielen anderen ergeht es auch mir, dass viele Fragen die Arbeit manchmal sehr erschweren.
      Leider gibt es in meiner Gegend keine Möglichkeit, praktischen Anschauungsunterricht zu erhalten.
      Gekaufte Bücher von Franz Zeier und Vasco Kintzel finde ich persönlich nicht so gut für mich.

      Ich habe 3 Fotos von meinem 2. Versuch angehängt und hätte dazu ein paar Fragen.

      ich habe 100g, A4-Papier verwendet und dies gefalzt.
      Ist bei dieser Stärke die Laufrichtung des Papier sehr wichtig, oder kann es bei dieser
      Größe vernachläßigt werden ?
      Jedenfalls stand auf der Papierpackung kein Hinweis darauf.

      Bei meinem Werk handelt es sich um ein vorerst leeres Kochbuch, dass händisch
      ergänzt wird.
      Aufgrund häufiger Benutzung habe ich mich für die Fadenbindung entschlossen -
      obwohl ich eigentlich nur diese Art vorerst erlernen möchte.

      Soll ich bei diesem Papier 3 oder 4 Blätter pro Lage nehmen.
      Soll die Bindung wirklich ganz straff erfolgen, oder genügt es, wenn der
      Faden gespannt zwischen den Blättern liegt.

      Ich habe mir auf Youtube etliche Videos darüber angeschaut.
      Aber jeder macht es irgendwie anders.
      Beim Verkleben des Rückens, soll der Buchblock ebenfalls ganz fest eingespannt werden,
      oder verzieht sich durch diese Gewalt das Papier zusehr ?

      Bei einigen Versuchen habe ich festgestellt, dass zwischen einigen Lagen doch etwas
      Zwischenraum ist.

      Wie lange braucht eigentlich der Leim, bis er trocken ist und man mit dem Buchblock
      weiter arbeiten kann ?

      Eine Frage noch gg
      Da ich den Bucheinband aus Karton mache, den Rücken mit Buchbinderleinen und
      den Rest mit Papier überziehe.
      Wie breit muß eigentlich der Karton der Rückeneinlage sein und der Abstand.

      Viele Infos im Internet schreiben, genau die Breite, wie der Buchblock hoch ist.
      Im Buch von Zeier steht wiederrum, Buchblockhöhe plus die Stärke der Kartondeckel.

      Ich versuche zwar immer, Unklarheiten einfach durch Ausprobieren zu klären,
      aber konkrete Hilfestellungen sind halt doch einfacher.

      Welchen Tipp würdet ihr mir für das Register geben, wobei alle Unterteilungen
      verschiedene Anzahlen von Blättern haben.

      So, jetzt mache ich besser Schluß und bin über alle Infos, Links etc dankbar.

      liebe Grüße aus Österreich

      Franz
      [IMG:http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/buch1hxfjuyqw4s.jpg]
      [IMG:http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/buch2b93m5kx6wz.jpg]
      [IMG:http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/buch3iwpgurcxda.jpg]
    • Hallo Franz,

      ich versuche mal deine Fragen bestmöglich zu beantworten.
      Ich durfte auch schon öfter herausfinden, dass der Unterschied zwischen einem "gutem" und einem perfekten Buch oft nur durch Kleinigkeiten bei der Verarbeitung entsteht.
      Dazu gehören z. B. die Beachtung der Laufrichtung bei allen Materialien, die für das Buch verwendet werden (Papier für Buchblock, Deckelpappe, Rückeneinlage, Vorsatz, ...)
      Aber ich weiß auch, dass das manchmal sehr schwierig sein kann, wenn man nur die "normalen" fertig verpackten Kopierpapiere nutzen möchte.
      Oft hat normales Papier nämlich für die von die Vorgeschlagene Anwendung die falsche Laufrichtung.
      Die meisten Kopierpapiere in A4 sind nämlich nach meiner Erfahrung Schmalbahnbogen, d. H. die Laufrichtung liegt Parallel zur langen Formatseite. (ACHTUNG: Muss nicht bei allen Kopierpapieren so sein, im Zweifel immer überprüfen)

      Ich würde bei dem 100 g/m² Papier noch 4 Blätter pro Lage nehmen.
      Der Faden bei der Fadenheftung sollte schon ordentlich fest angezogen werden, aber auch wieder nicht so fest, dass das Papier vom Faden eingerissen wird. Ist acuh ein bisschen Gefühlssache.

      Je nach Leimauftrag (und sorte) würde ich schon über Nacht trocknen lassen, aber ich denke es würden auch 3 - 5 Stunden (ca.) ausreichen, wenn das Buch schnell fertig sein soll.

      Für die Maße von der Buchdecke, dem Bezugspapier, der Rückeneinlage und der Kantenbreite hätte ich eine anschauliche Tabelle mit Erläuterungen aus dem Buch "Industrielle Buchbinderei", aber wegen dem Urheberrecht möchte ich das nicht einfach so online stellen.
      Wenn da Interesse bestünde könnte ich das sicher per Mail verschicken oder so.

      Falls noch Fragen offen geblieben sind, einfach Fragen.

      Guß MTDV

      PS: Für den 2. Versuch sieht das Buch schon ganz gut aus :thumbup:
      Gruß MTDV
    • Hallo Kodi,
      MTDV hat schon das Meiste gut beantwortet glaube ich.
      Noch zum Ableimen: Du mußt das Buch nicht fest einpressen während du den Leim hinten aufträgst. Es genügt wenn du das Buch beschwerst - oder mir einer Hand auf dem Brett festdrückst. Den Leim mußt du anschließend mit einem Stück Pappe oder mit dem Daumen ( so mach ich es) am Rücken etwas zwischen die Lagen hineinreiben und den überschüssigen Leim dann mit dem Pinsel wegnehmen. Anschließend den Rücken antrocknen lassen - so dass der Leim nicht mehr am Finger pappt. Dann den Buchblock vorne beschneiden, dann runden und in die Presse setzen und nochmal den Rücken ableimen. Ich lass es dann immer über Nacht trocknen.

      Zum Einband:
      Die Rückeneinlage soll so breit sein wie der Buchrücken und zu den Deckeln einen Abstand (Falzbreite) von 7,5 mm haben. So ist die Regel wie ich sie damals gelernt habe.
      Allerdings halte ich mich da nicht mehr so streng daran :-). Wenn ich ein Bucheinband mache, der z.B. hinten noch eine Lasche für Landkarten hat, dann hat mein hinterer Falz auch mal 8-9mm Breite. Oder wenn ich weiß, daß der Kunde da ev. ab und zu Bilder einkleben will, dann mache ich breitere Fälze.
      Die Höhe der Einbanddecke soll die Höhe des Buchblocks haben + 5mm. Auch da mach ich aber Ausnahmen.

      Ich finde deine Erstexemplare schauen schon nicht schlecht aus .. weiter so! *g*
      LG Papierfrau
    • wird dieses Registerblatt eigentlich auf das letzte Blatt der Unterteilung oder
      auf das erste Blatt der neuen Unterteilung geklebt ? sorry für so dumme Fragen.

      Für euch Profis habe ich zum Schmunzeln 2 Fotos meiner heutigen, spontanen Erfindung angehängt.
      Die Blätter bleiben dadurch an der richtigen Stelle ohne ständig zu verrutschen und können
      dadurch (zumindest von mir) viel leichter zusammengenäht werden.

      Mit dem Kartonblatt mit Griff kann ich die Löcher sehr gut vorstechen und außerdem den
      Lagenstoß immer niederdrücken.

      Kodi
    • Guten Morgen

      Ich schon wieder mit einer großen Frage:
      Wie ihr auf dem Foto seht, habe ich eine größere Anzahl von Blättern genäht und diese wollen jetzt einen Einband haben.
      Die Blockhöhe ist 45 mm und soll der Einbandrücken gerade werden, da ich eine Rundung machen "noch" nicht kann.
      Meine Frage, was ich besonders berücksichtigen sollte, weil das Buch nach dem Öffnen offen liegen bleiben muß (Kochbuch)
      Für den Deckel werde ich ca 2 mm starke Graupappe verwenden. Soll ich für den Rücken dünneren Karton verwenden,
      oder ist ein dickerer besser.
      Genügt eine Falzbreite von 7 mm, oder soll ich etwas mehr nehmen.


      Ich habe bei 100 g Papier immer 4 Blätter pro Lage vernäht, habe jedoch das Gefühl, dass nur 3 Blätter besser gewesen wäre.


      Übrigens beschäftigte ich mich auch etwas mit dem Erstellen von Schachteln.


      Dann wünsche ich noch ein schönes Wochenende und freue mich wie immer auf jeden Tipp.


      lG
      Kodi



    • Servus Kodi,

      bin zwar selbst noch Anfänger, aber wir können uns gerne treffen, wenn ich die Woche ab 8. April in Wien auf Kurs bin.

      @ Papierfrau & Co zum Runden: Ich habe mich jetzt schlau gemacht, wie ich mit der Kreissäge Rundungshölzer herstellen kann,
      gibt es Richtmaße für das Verhältnis Buchdicke zu Rundung? Vielen Dank im voraus für Tipps!

      LG Andreas
      Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schnitt.
    • hm, ein Rundeholz für das Runden des Buchrückens?? Da bin ich jetzt ehrlich gesagt etwas überfragt. Ich runde meine Buchrücken immer mit dem Hammer, egal ob der Buchblock geheftet oder "gelumbeckt" ist. Ich hab das im handwerklichen Teil meiner Ausbildung so gelernt. Ein Rundebrett habe ich nur zum Runden für den Einbandrücken - aber das mache ich inzwischen auch schon meistens von Hand mit dem Falzbein. Mein Rundebrett hat mein Schwiegervater (vor 25 Jahren) nach einem alten Vorbild gemacht. Hat inzwischen schon etwas unter Schrumpfung gelitten, aber das tut dem Nutzen keinen Abbruch.
      @ZiabmStessa
      Da wir gerade beim Schreinern sind: kennst Du jemanden der Holzspindeln macht und verkauft? Schwiegerpapa kann das leider nicht machen.
      Hier im Anhang Foto meines Rundebretts. Wenn Du magst kann ich dir die Maße schicken.