Hilfe für ein unfertiges Buch

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    • Hilfe für ein unfertiges Buch

      Guten Tag (oder eher gute Nacht bei der Zeit),

      ich könnte mal wieder (mal wieder: deswegen) etwas Hilfe von Euch Profis gebrauchen. Ist mittlerweile ca. mein 25. Buch.

      Ich sitze gerade an diesem Bucheinband:
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      Da ich mit dieser Arbeit bisher sehr zufrieden bin, will ich dieses Mal nicht wieder irgendeine Kleinigkeit versauen. Daher folgende Fragen:

      Der Buchblock sieht gegenwärtig so aus:
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      Das ganze muss früher mal gerundet gewesen sein, ist nun aber fast völlig gerade. Gibt es eine Möglichkeit, diesen Rücken ohne professionelle Mittel wieder rund zu bekommen?

      Das Buch ist auf typischem DDR-Papier gedruckt und wirkt am Schnitt sehr rau. Muss ich hier irgendetwas Besonderes bedenken, wenn ich den Schnitt rot färbe? Das Papier dürfte die Farbe eigentlich gut aufnehmen, oder?

      Bild zur Orientierung: s14.directupload.net/images/140114/ava2vcyb.jpg

      Die dritte und letzte Frage: Wie ihr seht, habe ich mich dazu entschieden, den Einband nicht am Buchblock zusammenzusetzen. Ich muss es also am Ende 'einhängen', oder wie auch immer man das nennen mag. Nun passieren mir dabei immer 3 Fehlerchen: 1. Ich versaue immer wieder die Endpapiere (Spiegel?) mit Kleister, 2. ich habe am Ende (zunehmend seltener) kleine Blasen beim Innendeckel und 3. wird es immer wieder leicht schief (die erste Seite wird perfekt, der zweite Deckel ist dann schwierig). Daher: Gibt es hier irgendwelche Tipps und Tricks für LAIEN?

      Ich danke im Voraus und hoffe, dass es nun endlich mal mit einem 'perfekten Buch' klappt.

      Gruß

      Nachtrag: Der Rücken ist nun dank Youtube-Videos wieder so, wie er wohl früher mal war. Kann man irgendetwas tun, damit ein Buchblock auch wirklich rund bleibt?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Waldorf ()

    • Hallo Waldorf,
      das mit dem Erneuern eines runden Rückens ist immer so eine Sache wie halt der alte bei der Herstellung behandelt wurde. Du solltest erst alle alten Verklebungen ablösen. Erst trocken soweit es geht und dann etwas angefeuchtet den Rest. Ebenso sollte der alte Leim runter so gut es geht und ohne dass man das Papier im Falz beschädigt. Dann wird wie bei einem neuen Buch der Aufbau gemacht: Rücken leimen. Wenn der Leim fast trocken ist: runden ( da wäre es gut wenn Du mal einem Fachmann im Handwerk über die Schultern schauen könntest um zu sehen wie das geht). Nach dem Runden gut abpressen und nochmal leimen, hinterkleben und am nächsten Tag eine Hülse drauf. So geht Dir das Einhängen später leichter.

      Zu deinen 3 Fehlerchen:
      1. Lege zwischen die Vorsatzblätter beim Anschmieren (sparsam, aber überall) ein Zeitungsblatt als Makulatur und entferne dieses nach dem Anschmieren aber vor dem Zusammenkleben. Damit Dir der Spiegel dabei nicht selbständig wird halte ihn vorne mit einer Ecke vom Falzbein nieder. Dann drückst Du den Deckel erstmal ein wenig mit dem Handballen fest und dann schiebst Du da wo die Makulatur saß einen Karton mit Wachspapier ( Backpapier geht auch glaube ich) ein. Das Gleiche machst Du auf der anderen Seite und dann kommt das Werk zwischen Bretter in die Presse.
      2. Die kleinen Bläschen auf der Innenseite des Deckels zeigen, dass Du zu wenig Pressdruck hattest und /oder der Einschlag im Deckel zu dick ist und entweder ausgeschärft, oder ausgeglichen hätte gehört (welch deutsch! ;-)).
      3. Wenn Du dem Buchblock (ab ca. 2cm Dicke) eine Hülse verpasst, dann kannst Du erst den Buchblock ausrichten, so dass er gerade in der Decke sitzt und dann die Hülse an die Rückeneinlage kleben. Anschließend den Rest anpappen wie bei Nr. 1 beschrieben.

      "Roman Ende"
      LG Papierfrau
    • Besten Dank auch hier nochmal.

      Das mit der Hülse lese ich heute zum ersten Mal (logisch, immer nur 'learning by doing' gearbeitet; Literatur ist so teuer). Das klingt vermutlich leichter, als es ist, aber versuchen werde ich das auf jeden Fall mal. Vielleicht hilft mir das ja etwas.
      Ich muss zugeben, dass meine letzten 2 Versuche insgesamt okay (für einen Laien) waren, aber ich ziehe doch die Variante vor, das Buch direkt am eingespannten Buchblock zusammenzusetzen. Irgendwie komme ich damit besser zurecht, auch wenn ich es umständlicher finde. Würde daher gerne beim separaten Bearbeiten bleiben. Mein Problem ist wirklich immer der zweite Deckel. Entweder bekomme ich ihn nicht gerade 'zugeklappt' (erster Deckel sauber, zweiter Deckel problematisch) oder ich bin insgesamt nicht nahe genug am Rücken, sodass es leicht spannt. Sprich: Ich setze den Buchblock bei Deckel 1 nicht nahe genug an den Rücken - oder mir misslingt Deckel 2 etwas. Was bevorzugen Profis?

      Backpapier geht übrigens nicht. Habe ich schon vergeblich getestet.

      Hier mal die Bilder vom zweiten Buch:

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      Leider spannt das Buch minimal. Man kann es wunderbar lesen, aber nicht gerade auf den Tisch legen. Ab einem bestimmten Winkel sperrt es sich.

      Aber na ja, es hat schon einen Grund, warum man das 3 Jahre und länger lernt/lernen muss.

      Gruß

      Nachtrag: Zum Thema 'Runden': Hat jetzt bei den beiden Büchern wirklich gut geklappt. Damit komme ich soweit gut zurecht; bleibt nur abzuwarten, wie haltbar es ist.