Statische Aufladung beim Falzen von Folie

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    • Statische Aufladung beim Falzen von Folie

      Ich hatte kürzlich einen 4-Seiter (A4-Hochformat) in meiner Falze. Soweit ja nix, woran man scheitern sollte. Am Ende war ich aber froh, daß es nur eine Auflage von 500 Exemplaren war. Der Druckbogen war nämlich kein Papier, sondern transparente, matte PVC-Folie (200g/qm). Mein größtes Problem dabei war die statische Aufladung durchs Falzen. Der Papierlauf war noch problemlos, aber wenn man die Bogen aus der Auslage genommen hat, kribbelte es, als ob man eine schwache Stromleitung in Händen hält. Das kann ja noch ganz lustig sein, aber gar nicht mehr lustig war es die Dinger aufzustoßen. Zu 50 abnehmen ging gar nicht, so daß wir sie mit 2 Personen zu 25 abnehmen mußten. Die Bogen "klebten" durch die statische Aufladung derartig aneinander, daß man sie kaum aufstoßen konnte.
      Hat jemand von Euch Erfahrung damit? Was tut Ihr gegen diese statische Aufladung? Hat jemand eine Idee?
      Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)
    • Hallo Falzonkel!

      Die erste Aufgabe wäre wohl die grundsätzliche Erdung der Falzmaschine zu prüfen. Denn die Energie füllst nicht nur Du. Die Elektronik bekommt sie auch. Ein guter Schutz ist dann eine korrekte Erdung. Die korrekte Erdung prüfen ist gar nicht so einfach. Es reicht nicht nur das grün-gelbe Kabel zu verfolgen. Es gibt nur eine richtige Prüfung in diesem Fall. Man fragt einen guten Elektriker wie teuer ein Erdungsprüfung ist. Der Elektriker kommt und erzeugt mit einem kleinen Generator eine Aufladung (so wie die Folie). Dann wird diese Energie an das Gehäuse der Maschine übergeben. Nun muss die Energie von dem grün-gelben Kabel schnell abgeführt werden. Diese Zeit kann man messen und weiß dann ob das grün-gelbe Kabel nicht nur vorhanden ist, sondern auch funktioniert. Hat man mehrere Maschinen oder Maschinenteile zu erden, ist darauf zu achten, dass die Erdungskabel nicht ringförmig installiert sind. Dann läuft der Strom im Kreis. Erdungskabel müssen immer sternförmig angeordnet sein. Außerdem muss das Gebäude korrekt geerdet sein. Ich denke ein richtiger Elektriker kennt sich damit aus. Aber das kann schnell einige hundert Euros kosten. Und egal was Du weiter machst die Energie muss irgendwo hin. Strom löst sich nicht einfach so in nichts auf.

      Wenn die Maschine geerdet ist (was ja vielleicht okay ist), kommt die zweite Aufgabe. Die Energie muss aus der Folie abgeführt werden. Früher gab es so etwas wie eine Art Lametta. Das waren Girlanden aus Kupfer die aussahen wie eine zu weiche meterlange Flaschenbürste. Die Girlanden werden dann so auf der Falzmaschine befestigt, dass sie die Folie so viel es geht berühren. Also auf dem gesamten Weg (so weit möglich). Das Ende der Girlande wird an einer nicht lackierten Stelle an das Maschinengehäuse befestigt (eventuell den Elektriker fragen). Die Folie streicht dann an der Girlande vorbei und gibt die Energie ab. Es geht auch ein Stahlband von den Papierpaletten. Aber die Girlanden haben einen besseren Kontakt und verursachen keine Kratzer.
      Auf der Seite gaec.biz/anti_static.htm gibt es ein Foto. Früher war das Zeug sehr populär. Ich weiß aber nicht wo man das kaufen kann.

      Buntpapier

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    • Daß unsere Maschinen oder unser Gebäude nicht ordentlich geerde sind glaube ich eher nicht. Beides ist noch keine 10 Jahre alt und wurde von anständigen Elektro-Installateuren verkabelt. Ich denke eher, daß die Aufladung durch Reibung entsteht, wenn ich die Bogen abnehme. Deshalb wären die "Girlanden" wohl schon eine gute Idee. Danke für die ausfühliche Antwort und den guten Tipp!

      Nachtrag:
      Hier gibt's das Antistatik-Lametta (das heißt tatsächlich so!) zu kaufen: http://www.iontis.de/produkt/antistatik-lametta-kopieren-2/
      Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Falzonkel ()

    • Hab da was richtig gutes, Google mal Mink Bürsten!!! Die haben ganz feine Bürsten aus Kohlefasern, gerahmt mit einer Aluminiumleiste....
      die befestigst du so dass sie das Papier bzw. dein Material berühren (keine Angst, diese Fasern sind extrem dünn!) Unbedingt darauf achten dass die Bürsten irgendwo den Strom über den Maschinenrahmen berühren, zur Not über einen Heizkörper o.Ä. mit einem Kabel ableiten!
      gruß PPC

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von PPC ()