Wer war auf der DRUPA?

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    • Wer war auf der DRUPA?

      Ich war am 1.Juni auf der Drupa und war etwas enttäuscht.
      Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem Digitaldruck, selbst bei vielen Herstellern, die vom klassischen Druck kommen.

      So hat z.B. Müller Martini seine ausgestellten Sammelhefter für digital zugeführte Druckbogen optimiert. Ein "klassischer" Hefter ist dort nur zu erahnen.
      Heidelberg hat seine Austellungsfläche gegenüber 2012 drastisch reduziert. Bei den Falzen ist die gezeigt TH 82-P mit dem PFX-Schuppenanleger zwar interessant beim Thema Geschwindigkeit, aber auf die Frage, wie man zusätzliche Module aus dem Mailing-Bereich integrieren könnte, bekamen mein Kollege und ich leider keine zufriedenstellenden Antworten. Daß man die Werke 2 und 3 im 90°-Winkel wegschwenken kann und sie somit nicht jedesmal neu ausgerichtet werden müssen, mag ein Vorteil sein, wenn man nur falzen will. Will man aber zusätzliche Mailingtische integrieren scheint mir das eher hinderlich.
      Selbst bei Herzog & Heymann konnte man uns keinen Falzmailer zeigen.

      Unseren Wunsch nach einer T-Falzmaschine, mit der man sowohl 16-Seiter im A4-Format, als aber auch Mailings mit Leimung, Taktschnitt/-perfo, Plugfalz und Co. verarbeiten kann, konnte uns jedenfalls live keiner zeigen. Und das obwohl alle Hersteller ihre modulare Bauweise so hoch loben.

      Wer etwas Zeit und zuhause kleine Kinder hat, sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, um den 3D-Druck-Firmen in Halle 7A in Augenschein zu nehmen. An einem der Stände kann man mittels eines CAD-Programms einen Lego-Stein mit Schriftzug an der Frontseite erstellen. Mein Sohn hat jetzt einen 3D-gedruckten Lego-Stein mit seinem Namen drauf! Dauert ca. 30 Minuten. 15 Minuten erstellen und danach 15 Minuten den Druck in einem Drucker beobachten, der kaum größer ist, als ein handelsüblicher PC.
      Gleich nebenan kann man sich selbst "kopieren"! Man geht in eine runde Kabine, lässt sich in 360° fotografieren, und bekommt einen Ganzkörper-3D-Druck von sich selbst. In Farbe! Leider ist der ganze Spaß nicht ganz billig: von 95,-€ für eine 10cm-Figur steigt der Preis über Zwischengrößen auf bis zu 575,-€ für eine 35cm hohe Figur. Vorteil Drupa: Hier gibt es 20% Messe-Rabatt!
      Beeindruckend auch die ca. 1,20m hohe 3D-gedruckte Muschel am Stand um die Ecke... 3D-Druck: faszienierend, aber nicht unser Gebiet.

      Leider hatte ich nur einen Tag Zeit, um mich auf der Drupa umzusehen. Vielleicht entdecken ja andere hier im Forum mehr Innovationen für den Bogenoffset-Bereich.
      Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)
    • Ich war auch am 1. Juni (allerdings nur für einige Stunden) auf der DRUPA und ich hatte ein ziemlich strammes Programm. Grundsätzlich kann ich die Einschätzung von Falzonkel total bestätigen.
      Viele Stände sind kleiner. Bei Kostenreduzierung schön aussehen, ist das Ziel der klassischen Aussteller. Heidelberg hat zum Beispiel parallel zur DRUPA eine Open-house in deren Ausstellungsraum Wiesloch laufen. Ich habe den Eindruck, dass neben den Digitaldruckern die reinen Händler zugelegt haben. Viele Aussteller zeigen bereits vor der Messe verkaufte Maschinen. Das soll schön aussehen, Zeigt aber eher die Situation des jeweiligen Ausstellers. Erstmals gab es auf der DRUPA freie Standplätze. Das wurde durch die Messegesellschaft geschickt kaschiert, aber bei genauem Hinsehen wird es sehr deutlich.
      Bei meinen Schneidemaschinen und Stanzen war auch nichts Spektakuläres zu sehen. Es gibt hier und da eine minimale Neuerung, aber im Grunde ist es in meinem Bereich eine Nachlese der letzten DRUPA gewesen.
      Ein Punkt auf meiner Liste war die Pappschere. Aber Fehlanzeige, es gibt auf dieser DRUPA keine Pappschere zu sehen. Der optisch schönste Stand war für mich Kodak. Die Aufmachung passt extrem gut zum Erscheinungsbild der Firma Kodak.
      Ich kann mir auch vorstellen, dass die Randbedingungen nicht sehr hilfreich sind. 30€ Parkgebühren, 45€ Eintrittskarte, Fahrkosten und etwas zu Essen, das sind für jeden Besucher 100 Euro. Ein einfacher Mitarbeiter wird sich den Besuch zweimal überlegen.
    • Ich war am Sonntag nun auch auf der Drupa. Natürlich ist das immer wieder ein Erlebnis. Dieses Jahr wurde noch deutlicher als bisher, wo die Reise hingeht: Digital, Digital…
      Optisch hat der Kodak-Stand auch in meinen Augen am meisten her gemacht. Ein gutes, stimmiges Ergebnis. Aber auch die HP-Halle war ein Hingucker.Weiterverarbeitungs-technisch für mich nicht viel neues. Habe mir aber diePräsentationen von Kolbus und Ferag angeschaut und fand beide interessant und gut präsentiert.
      Ein kleiner Wehrmutstropfen für den Fachmann: Gefühlt immermehr Verkäufer und weniger Fachleute aus den technischen Bereich, die einem wirklich weiterhelfen können, wenn es um Details geht.