Welches Kunstleder?

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    • Hallo Jens!

      Die Kunstleder für Buchbinder sind anders als die Kunstleder für Polsterer.
      Wie Bubi-TS schon schrieb haben die Händler für Buchbindereibedarf verschiedene Sorten und Farben vorrätig.
      In meiner Lehre (vor 30 Jahren war das Prägen von Kunstleder) einfach und mit den normalen Materialien (Prägefolien, Geräten, etc.) üblich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich da etwas geändert haben soll. Das war eine normale nicht weiter schwierige Arbeit.

      Buntpapier
    • Jens,
      das heißt also, dass Du Reliefs prägst? Entschuldigung für meine Vorurteile. Das ist dann wirklich nicht so einfach.

      Theoretisch ist Kunstleder mit PVC beschichtet. Das heißt Du musst Dich auf die Verformung von Weich-PVC einstellen. Ich denke da wird die Temperatur der wesentliche Faktor sein. Im Internet findet man in der Regel eine Temperatur von 120° bis 150°C. Über 160°C wäre ich vorsichtig, denn Kunststoffe habe hier generell eine magische Grenze.
      Ich schreibe das weil die Temperaturüberwachung oft nicht so einfach ist. Thermostate habe oft hohe Teleranzen. Wenn wir Männer den Frauen sagen würden wie hoch die Temperatur-Toleranz bei einem handelsüblichen elektrischen Backofen ist, würden sich die Damen nicht mehr wundern warum der Kuchen immer wieder anders ausfällt.
      Aber mal im Ernst, wenn Du Dir die Temperaturregelung von Prägegeräten im Internet ansiehst, wirst Du sehen, dass dort schön teure Bauteile verwendet werden.

      Na dann viel Glück beim Üben!

      Buntpapier
    • Moin Buntpapier,
      ich sagte, dass ich keine Prägefolie nutze, weil ich hauptsächlich Blindprägung und Goldprägung mit Blattgold mache. Die Prägestempel stelle ich aus Messing mit einer selbstgebauten CNC-Fräse her.
      Mag etwas komisch wirken, aber ich finde Handprägung und echtes Blattgold an meinen Büchern schicker ;)
      Heißt aber auch, dass ich kein Thermostat benutze. Ich erhitze die prägestempel mit einer Herdplatte und teste die Temperatur mit einem nassen Schwamm. Also so, wie es in den alten Büchern für Buchbinder steht ;)
      Macht mir halt mehr Spaß...

      Und ein Goldschnitt mit Blattgold finde ich wesentlich schicker, als mit Prägefolie.

      Wobei ich zugeben muss, dass ich auch eine Buchschnittrolle seit neustem mein eigen nennen darf und diese bei dem einen oder anderen Buch aus geschwidigkeitsgründen testen werde ;)

      Viele Grüße
      jens

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jens ()

    • Hallo Jens!

      Das mit der CNC-Maschine finde ich echt gut. Du brauchst ja nur einen Schlitten der auf zwei Achsen verfahrbar ist und bei Messing hast Du keine großen Probleme mit der Werkzeughaltbarkeit. Das funktioniert sicherlich perfekt.
      Hast Du schon mal etwas von einem Pyrometer gehört. Das sind Thermometer die zum Beispiel mit Infrarot-Licht arbeiten. Diese IR-Thermometer sind gar nicht so teuer (15-50 Euro für Hobby und basteln). Ich denke das könnte funktionieren. Du brauchst ja nicht einen bestimmten Wert, also ein bestimmte und exakte Gradzahl. Du brauchst eine Kontrolle, die Dir vor jeder Prägung sagt Du bist oder bist nicht im Bereich der Hitze die Du brauchst. Ich meine damit eine Vergleichsmessung. Ich würde im Internet mal nach Infrarot-Thermometer suchen. Ich habe leider nur einmal mit so einem Thermometer gearbeitet, aber ich war überrascht wie gut das funktioniert hat.

      Buntpapier